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Unter der Bezeichnung "Rheumatische Erkrankungen" versteht man Leiden des Muskel-Skelettsystems, die in vielfältigen Formen und aus verschiedensten Gründen auftreten. Sie gehen mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen einher, welche die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Diagnostik und Therapie hängen von den unterschiedlichen Formen sowie davon ab, ob es sich gerade um ein akutes oder chronisches Geschehen handelt. Die Ursachen sind nicht genau geklärt, es wird angenommen, dass es sich um eine Auto-Immunerkrankung handelt. Solche Erkrankungen gehen auf die Bildung von Antikörpern zurück, die sich gegen den eigenen Körper richten. In Deutschland sind mehr als 1 Mio. Menschen betroffen, Frauen erkranken etwa dreimal so häufig wie Männer.
Die Erkrankung tritt in schmerzhaften entzündlichen Schüben am Bindegewebe der Gelenke auf. Neben der Ruhigstellung im akuten Schub und physikalischer Therapie wird die konventionelle Rheumabehandlung mit Medikamenten durchgeführt. Schmerztherapie und entzündungshemmende "nicht-steroidale" Antiphlogistika werden eingesetzt. Reicht dies nicht aus, setzt man Kortikosteroide mit ein.
Rheuma und Ernährung
In neuester Zeit hat sich herausgestellt, dass auch die Art der Ernährung eine wesentliche Rolle in der Rheumabehandlung spielt. Dies geht auf die Entdeckung von Entzündungsmediatoren (Vermittler- oder Überträgerstoffe von Entzündungen) wie z. B. Prostaglandinen, Leukotrienen, Thromboxanen zurück. Hierbei handelt es sich um Stoffwechselprodukte der in der Nahrung enthaltenden Fettsäuren, vor allem der Omega-6 und der Omega-3-Fettsäure, die entzündliche Prozesse beeinflussen. Bei diesen Fettsäuren handelt es sich um mehrfach ungesättigte Fette, die nicht vom Stoffwechsel hergestellt werden können. Sie müssen in ausreichender Menge dem Körper zugeführt werden. Allerdings ist es dem Körper möglich, Teile daraus aufzubauen, z. B. Omega-6-Fettsäure Linolsäure Arachidonsäure
Omega-3-Fettsäure Linolensäure Eicosapentaensäure
Die Omega-6-Fettsäure ist die wesentliche Speicherform pflanzlicher Fette. Wir finden sie in Sojaöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Pflanzen- und Diätmargarine. Auch Butter enthält beträchtliche Mengen Linolsäure. (Diese Fette sollten kalt gepresst sein und nicht erhitzt werden, da sonst die Fettsäuren zerstört werden) Der Umwandlungsschritt von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren findet nur in grünen Blättern, Algen, Moosen und Farnen statt, der Mensch kann diese Wandlung nicht vollziehen. Diese Fettsäuren sind in geringen Mengen in: Sojaöl, Weizenkeimöl, Leinsamen-, Walnuss- und Rapsöl enthalten. In hoher Konzentration befinden sie sich in Kaltwasserfischen, da diese sich von Algen ernähren. Auch das Fleisch der Wildtiere enthält relativ viel Omega-3-Fettsäuren. Beide Substanzen benutzen wegen ihrer chemischen Ähnlichkeit die gleichen Enzymsysteme. Aus Arachidonsäure (Omega-6-Säure) entstehen jedoch entzündungsfördernde (rheumaverstärkende) und aus Eicosapentaensäure entzündungshemmende Stoffe. Eicosapentaensäure ist in der Lage, die Aufnahme der Arachidonsäure in den Körper zu blockieren. In Rattenversuchen zeigte sich, dass bei Gabe von Fischöl Gelenkschwellungen zurückgingen, während unter Sonnenblumenöl (viel Omega-6-Säure) eine Verschlechterung eintrat. Untersuchungen an verschiedenen Bevölkerungsgruppen ergab, dass Eskimos praktisch nie unter Rheuma leiden. Dies ist auf die entzündungshemmende fischreiche (Omega-3) Ernährung zurückzuführen. Weitere Nährstoffe beeinflussen entzündliche Vorgänge günstig: Vitamin A, C und E. Des weiteren sollten Selen, Zink, Kupfer und Mangan nicht fehlen. Diese Nährstoffe verhindern die Bildung der freien Radikalen, sie werden Antioxidativa genannt. Zusammengefasst bedeutet es also, dass der Rheumakranke mit einer angepassten Ernährung eine Umstellung seines Stoffwechsels erreichen kann. Dies wurde bereits in Doppelblindstudien (1985 - 1994) erwiesen. Verbesserungen des Krankheitsbildes traten in der Zeit von 12 Wochen bis 15 Monaten ein.
Grundprinzipien der Ernährung:
- niedrige Zufuhr von Arachidonsäure (enthalten in Fleisch und Milch)
- hohe Zufuhr von Eicosapenthaensäure (z. B. Lachsöl-Kapseln)
- hohe Zufuhr von antioxidativen Vitaminen
- ausreichende Zufuhr von Spurenelementen und Kalzium
- bei Osteoporosegefahr ausreichende Versorgung von Vit. D
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Die an Rheuma erkrankten Menschen haben außer ihren Beschwerden häufig noch das Problem unter den Nebenwirkungen der Antirheumatika zu leiden.
Immer wieder werden über erstaunliche Erfolge bei der Behandlung von Rheumapatienten durch die Behandlung mit Weihrauch-Extrakten berichtet. Neben zahlreichen anderen Substanzen (z. B. ätherische Öle, Gerbstoffe usw.) enthält der Weihrauchharz 5-8% Boswellisäuren. Von diesen ist bekannt, daß sie entzündungshemmende Wirkungen haben. Entzündungen sind gekennzeichnet durch Rötung, Schwellung, Wärme und gestörte Organfunktion. Sie werden im Körper durch ein bestimmtes Enzym (5-Lipoxygenase) verursacht. Dieses Enzym veranlaßt die Bildung von sogenannten Leukotrienen. Das sind körpereigene Stoffwechselprodukte, die für die Aufrechterhaltung von chron. Entzündungen verantwortlich sind. Entzündliche Erkrankungen sind daher mit einer erhöhten Leukotrienenbildung im Organismus verbunden, hervorgerufen durch ein Enzym. Gelingt es dessen Aktivitäten zu stoppen, so bilden sich die chron. Entzündungen zurück. Genau dies tun die Boswellia-Säuren: Sie hemmen die Tätigkeit des Enzyms 5-Lipoxygenase.
Durch seinen Einfluß auf die Leukotriene können sich somit Cortison und Weihrauch ergänzen. Es lohnt in jedem Fall den Versuch durch gezielten Einsatz der Boswelliasäure das Cortison ganz zu reduzieren. Dies würde eine erhebliche Senkung der Nebenwirkungsrate nach sich ziehen. Nicht nur in der Rheumatherapie werden bisher Erfolge durch die Weihrauchbehandlung vermeldet. Bei sämtlichen Erkrankungen mit Entzündungsreaktionen erreicht man in 50% Erfolge durch den gezielten Einsatz der Boswelliasäure. Zu diesen Erkrankungen gehören insbesondere:
Chronische Arthritis, chron. Bronchialasthma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Schuppenflechte.
Die Verbesserung zeigt sich in der Verringerung der Beschwerden wie Schmerzen, bei den entzündlichen Darmerkrankungen gingen auch die Bauchkrämpfe und Durchfälle zurück. Klinische Studien zur Weihrauchtherapie werden im Klinikum Mannheim und der Medizinischen Klinik der Universität Heidelberg durchgeführt.
Literatur:
Hans Dietl/Gerhard Ohlenschläger, Handbuch der Orthomolekularen Ernährung, 2. Auflage, Haugh Verlag Heidelberg 1998 Dieter Henrichs, Handbuch Nähr- und Vitalstoffe, Constantia Verlag Papenburg 1998 Heidelore Kluge/Dr. R. Charles Fernando, Weihrauch und seine heilende Wirkung, Haugh Verlag Heidelberg 1998
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