by Herbert Innerkofler

Blutegeltherapie


    Viele Menschen wenden sich angewidert ab, wenn sie von dieser Therapie hören. Hervorgerufen wird dies durch das Unbekannte dieser Therapieform und Ängsten gegenüber den unbekannten Tieren.

    Deshalb soll hier ein kleiner Einblick in diese Behandlungsmethode gegeben werden, denn die Erfolge der kleinen Helfer sind unbestritten:
    Bereits 200 v. Chr. wird das erste Mal von einem Griechen diese Behandlungsmethode beschrieben, Dokumente aus Indien belegen noch ältere Behandlungsdaten. In unseren Breiten werden die Heilkräfte der Egel erst in der Zeitrechnung nach Christi mit zunehmendem Erfolg eingesetzt. Im Mittelalter waren sie aus der Heilkunde nicht mehr wegzudenken gewesen. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts diese Behandlungsform derartig boomt werden die Egel aufgrund ihrer Nachfrage fast ausgerottet. Mit dem Zeitalter der Medizin, Einsatz von Antibiotika usw. geraten diese Helfer der Medizin in Vergessenheit und der Artenbestand konnte sich wieder erholen.

    In den letzten Jahren hat der Blutegel nun ein "come back" erlebt. Man besinnt sich wieder der natürlichen Heilmittel, zumal aufgrund von Forschungsergebnissen die heilsame Wirkung der Blutegelenzyme inzwischen wissenschaftlich-medizinisch belegt ist:
    Ca. 30 verschiedene Enzyme speichelt der Blutegel nach seinem Biss in das umliegende Gewebe ein. Diese Enzyme haben durchblutungsfördende, anti-entzündliche und gerinnungshemmende Eigenschaften, somit sind sie bei vielen Krankheiten einsetzbar.

    Ängste vor großen Schmerzen braucht man bei der Behandlung nicht zu    haben, denn diese Enzyme haben auch einen Wundschmerz betäubenden Charakter - ähnlich wie man einen Mückenstich kaum spürt. Es ist ggf. nur ein leichtes Brennen zu verspüren, wenn die kleinen Kalkzähnchen die Haut durchdringen. Der Biss sieht hinterher aus wie ein Dreistrahl oder Mercedesstern.
    Hirudine, wie die Egel mit lateinischem Namen heißen, werden heutzutage aus Zuchtanstalten bezogen
    (www.blutegel.de). Sie werden nur zum einmaligen Gebrauch genommen, so dass die Infektionsgefahr nicht gegeben ist!
    Der Einsatz sollte bei jedem Patienten im Vorfeld abgeklärt werden, wenn dem nichts entgegensteht sind gute Behandlungserfolge zu verzeichnen. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist die Wespenallergie oder wenn jemand unter einer Anämie leidet, denn nach dem Biß werden ca. 100 ml Blut aus der Bissstelle abgegeben.


    Weitere Fragen zu dieser Behandlungsform beantworte ich Ihnen gerne per E-Mail!
                                      

    Angesetzte Blutegel am Rücken

    Schröpfköpfe unterstützen die Blutegeltherapie.

    Die Bissstellen müssen noch für etwa 24 Stunden verbunden werden